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Rebound
Magic Karten Beobachtungsliste 
Nico Bohny
04.10.2013
Nico erzählt, wie er seinen Weg zurück zum Magic-Profispiel gefunden hat …
Was bisher geschah …


Vom Train zum Trainwreck

Auch ein langjähriger, robuster Transportzug findet früher oder später sein verdientes Abstellgleis. In Lund, Schweden, Nähe Malmö, nebst sandigen Stränden mit vollbusigen Schwedinnen, steht zum Beispiel ein ebensolcher, ein ausrangierter Nachtzug, aus dem man eine Jugendherberge hergerichtet hat. (Wahre Geschichte, seht selbst!)


Im Magic-Business kann das Ausrangieren leider um einiges schmerzvoller sein. Und auch wenn ich nach langem Dasein auf dem Gravy-Train immer wieder mit der Option geliebäugelt habe, mich endlich mal zur Ruhe zu setzen und erwachsen zu werden oder sonst was Sinnvolles, so frustrierte mich mein Entgleisen doch etwas. Näheres dazu in einem meiner letzten Artikel – es ist ein Weilchen her, ja – hier das Wichtigste in Kürze:

75
76


Honnami, Tomoyuki [JPN]
Bohny, Nico [CHE]


30
30


50.9669%
50.9115%


Platz 76 gibt halt nicht nur kein Geld anstelle von 1000 US-Dollars, sondern auch einen Pro-Punkt weniger als Platz 75 und ein Pro-Punkt hat mir letzten Endes dann auch gefehlt für den Goldlevel, welcher mir ermöglicht hätte, ein weiteres Jahr alle Pro Touren zu spielen. Der Silberlevel hat mir wenigstens noch eine Henkersmahlzeit, paraphrasiert: eine letzte Tour nach Wahl, beschert, aber dennoch war damit dem Abenteuer Pro Tour ein Endpunkt gesetzt.


Von einem, der auszog, das Griseln zu lernen


Das letzte Aufbäumen. Meine Motivation war schon nicht mehr auf dem Höhepunkt, als ich mit dem Moderntesting begann, da ich mir in diesem Format irgendwie vorkam wie Enchantmentremoval auf Mirrodin. Dennoch wurde eine fröhliche Truppe zusammengestellt, um mich beim Testen zu unterstützen und mit mir die steinigen Höhen der Schweizer Berge zu erklimmen. Aber die weiße Martina und die verschiedenen Cubes in unserem Gepäck machten mir einen Strich durch die Rechnung, somit entstand ein zwar lustiges, aber nicht ganz zu Ende gedachtes Deck:


4 Scalding Tarn
1 Swamp
4 Blackcleave Cliffs
1 Arid Mesa
1 Island
4 Gemstone Mine
1 Mountain
2 Steam Vents
1 Blood Crypt
1 Watery Grave

4 Noxious Revival
4 Glimpse the Unthinkable
4 Fury of the Horde
2 Through the Breach
4 Faithless Looting
4 Griselbrand
4 Goryo's Vengeance
2 Seething Song
2 Simian Spirit Guide
4 Izzet Charm
3 Pact of Negation
3 Peer Through Depths


Sideboard:

3 Pyroclasm
3 Pithing Needle
3 Gemstone Caverns
2 Echoing Truth
1 Pact of Negation
3 Shattering Spree


Ich kann meine Hand nicht ins Feuer legen, dass dies meine exakte Liste war, aber so ähnlich hat sie sicherlich ausgesehen. Nachdem ich einmal mehr im Constructed gefizzelt war und im Limited 5:0:1 gespielt hatte, bekam ich in der letzten Runde sogar noch die Möglichkeit, mich ins Geld oder womöglich gar in die Top 50 zu spielen, aber nachdem ich im entscheidenden dritten Spiel Faithless Looting into Goryo's Vengeance plus Pact für die gegnerische Spell Snare into Draw 21 mache und fizzle, hat sich das mit den attraktiven Preisrängen auch geklärt – ein nicht schlechter, aber brotloser 87. Platz bleibt mir vergönnt. Needless to say – tilt. Somit endet die große Pilgerfahrt ins Land der Profis in Seattle. Vorerst.


Inlandgrinding

Danach erst mal große Pause. Und tatsächlich beginnt das Spiel irgendwann wieder, Spaß zu machen, wie könnte es denn anders sein! So nimmt die ganze Profigeschichte einen neuen Anfang in irgendeinem kaum nennenswerten, kleinen Dorf in der Schweiz. Zürich oder so. Nebst einigen WMCQ fand dort auch ein PTQ statt, auf welchen ich mich tatsächlich online mit etlichen Daily Events und einigem Live Testing vorbereitet hatte. Wahrscheinlich besser als bei so mancher Tour. Und seht euch das Prachtexemplar an, aus Zeiten, als man weder Sin Collectors, Scavenging Oozes noch ähnlichen Schwachsinn überhaupt spielen durfte:


3 Woodland Cemetery
2 Cavern of Souls
4 Isolated Chapel
2 Forest
2 Gavony Township
2 Godless Shrine
4 Overgrown Tomb
4 Temple Garden

4 Thragtusk
4 Lingering Souls
4 Angel of Serenity
4 Avacyn's Pilgrim
4 Arbor Elf
2 Craterhoof Behemoth


3 Liliana of the Veil
4 Grisly Salvage
4 Unburial Rites
4 Mulch

Sideboard:

2 Sorin, Lord of Innistrad
2 Abrupt Decay
2 Dead Weight
2 Ultimate Price
3 Nevermore
2 Sever the Bloodline
1 Trostani, Selesnya's Voice
1 Human Frailty


Ich kämpfe mich also wacker nach vorne, gewinne das Viertelfinale, gewinne das Halbfinale, gewinne das erste Spiel im Finale uuuuuuuunnnnd daaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaann …

… werde ich von den aggressiven Humans erst mal on the draw weggehauen und nehme im dritten Spiel noch Mulligan, um danach schmerzvoll abermals ins Gras beißen zu dürfen. Ziemlich betrübt reiche ich meinem Gegner die Hand und gratuliere ihm zum Sieg. Der schaut sich ein wenig amüsiert den verwüsteten Kampfplatz an, dann schaut er mich an, aber meine Hand, die will er nicht schütteln. Jetzt reich mir wenigstens noch die Hand, nachdem du mich schon schamlos plattgemacht hast, denke ich mir, aber der gute Mann gegenüber des Tisches macht keine Anstalten. „Nun gut“, meint er, „ich kann ohnehin nicht nach Dublin fliegen. Ich concede.“


Ja echt jetzt?! Den sofortigen Sprung von innerlich zerstört in komplette Euphorie kriege ich nicht ganz hin, bin etwas verwirrt, aber werde mir dann doch bewusst: Endlich mal wieder eine Tour spielen, und das sogar ohne Jetlag! Gefällt mir!

Im Anschluss passiert vorerst ein paar Monate nichts Magic-Relevantes. Grand Prix kann ich wegen der Arbeit nicht spielen, und als ich im Sommer dann wieder Zeit hätte, ist nichts mehr los. Somit ziehen die Wochen ohne große Ereignisse ins Land und die Zeit zwischen Gegenwart und Pro Tour verkürzt sich. Ich freue mich.

Vor einigen Wochen fragt mich dann Florian Koch, ob ich ihm zu einem Artikel, in welchem er einige Mitspieler der nächsten Tour vorstellt, Rede und Antwort stehen würde. Ich willige ein und darf über die Frage sinnieren, ob ich denn nun wieder mal Artikel schreiben würde. Und irgendwie gäbe es ja weitaus Dümmeres, was ich mit meiner Zeit machen könnte. Um also meine kreative Ader nicht ganz absterben zu lassen, versuche ich meinen Wiedereinstieg eimal mit einem Artikel alle zwei Wochen. Voraussichtlich alternierend zwischen einem freien Bericht aus vergangenen Turnieren oder etwas, was mir gerade auf dem Herzen liegt, einem Modo-Tagebucheintrag und einem Draftvideo.


What Is Yet to Come …

Rarekönig

Wer kämpft sich in Dublin durch Noob und Pro?
Es ist der Nico mit seinem Zoo
Er hält die Bestien wohl in der Hand
mit güldenem Zeichen am rechten Rand

Nächste Woche findet in Dublin die Pro Tour Theros statt. Natürlich gibt's auch hiervon wieder einen Bericht, voraussichtlich aus zwei Teilen bestehend. Ich hoffe doch sehr, euch erfolgreiche Geschichten nach Hause bringen zu können. In meinen Gedanken zumindest ist die Tour längst ausgekämpft – Speedrun-mäßig habe ich mich schon in die Top 8 gespielt und dann geht's los:

Quarters:

Mein Löwe, was birgst du so bang dein Gesicht?
„Siehst, Nico, den obersten Richtspruch du nicht?
Die Hexerei, die uns alle vernichtet!“
Hier, friss mal fünf Mana, mal sehn, wer hier richtet!

Semis:

„Oh goldener Hirsch, komm, geh mit mir,
domestizierende Spiele spiel ich mit dir.
Ich liebe dich, mich reizt dein schönes Geweih
und bist du nicht willig, so schieß ich für zwei!“

Finale:

Der Nico screwt, er hat nur zwei Länder,
Er hält in den Händen: vier Elefänter.
Der Gegner zockt Rakdos' Return ohne Not,
Die Smiter im Spiel, der Gegner ist tot.


Nico allein zu Haus


Die meisten meiner Magic-Partien spiele ich mittlerweile online. Als alteingesessener Profi besitze ich natürlich auch einen Account mit Adiprositas; und jetzt mal ohne einen auf dicke Hose machen zu wollen, baue ich meinen Account jährlich um etwa 1000 Tickets aus und kann euch somit bestimmt den einen oder anderen Tipp weitergeben, wie man gewinnbringend Magic Online zockt. Um den Humblebrag ein wenig zu entschärfen – es liegt weitaus weniger an meiner Spielweise (diejenigen, die jemals mit mir online gespielt haben, wissen, wovon ich rede), sondern vielmehr an Richtlinien und Zielen, welche man be- und verfolge.

In dieser Kolumne möchte ich tagebuchmäßig Einblick in mein Onlinespiel geben und hoffe, dass das mit der Zeit auch Diary bleiben und nicht Diarrhea wird (wer gerne mehr hiervon hätte, leite ich gerne an die Angry-Video-Game-Nerd-Folgen weiter), aber ich bin zuversichtlich, euch genügend Inhalt, verziert mit getesteten Decklisten, mal einem witzigen Bild oder spannenden Statistiken, liefern zu können.


Casa Bonita

Um der Welt kein falsches Bild über mein einsames Dasein zu geben, sollen auch von Zeit zu Zeit Gäste ins Casa Bonita eingeladen werden, um mir bei Videos Gesellschaft zu leisten. Der Maßstab ist schon mal hoch angesetzt hier beim Planeten und ich hoffe, auch ohne zahlreiche Brüder oder sonstige Johnnys interessante Gäste aufbieten zu können, die sich an ernsthaften Drafts beteiligen oder mir auch mal helfen, meine Raresammlung auszubauen, wenn ihr wisst, was ich meine. Zehn Rares, sie zu knechten, sie alle zu finden, sie ins Deck zu stecken und alle Gegner zu schlagen. Mein persönliches Ziel, ob Realität oder Utopie – wir werden sehen. Gehabt euch wohl und auf die Bälde …





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